Elfengebein

kleine mauer aus elfenbein
verwegen verwoben

filigran

Elfengebein

füße baumeln
körper taumeln
nach blumenwiesen
nach dem glitzernden meer


Spätsommerwind

Abgeschnitten,
brutal vom Leben getrennt,
die Rose im Spätsommerwind.
Sie neigte sich trotz ihrer Dornen
und konnte sie doch nicht verleugnen.
Sie war der Geschwindigkeit
der Einsiedlerbiene nicht gewachsen.
Ihrer Anziehung beraubt,
stirbt sie,
um im nächsten Frühling
neu zu erblühen.


Loslassen

loslassen
fallen
in weiches Moos
das kleine Steinchen
unter meinem Rücken
werde ich nicht spüren
loslassen
fallen


Steintreppe

Ausgetretene Stufen
erzählen von Füßen,
die Dich ständig betreten haben.

Man sagte mir beiläufig,
es sei nicht schwierig und lohnenswert,
sehr lohnenswert,
bis ans Ende zu gehen.
Ich würde es schon sehen.

Man erzählte mir
vom wunderschönen Blick
in unbekannte Fernen.
Aber erst müsse ich gehen,
Schritt für Schritt.
Stufe für Stufe.

Waren alle schon oben?
Ist niemand auf halber Höhe umgekehrt?
Findet sich ein Hinweis auf den Stufen?

Vielleicht sind sie weiter oben
weniger ausgetreten
oder am Rand gerundet,
dort, wo sich ein Ermüdeter
niedergelassen hat.

Komm schon!
Schlepp Dich nicht so dahin,
schreite munter!
Es locken die Wolken,
die Aussicht,
die Einsicht,
das Überwältigende!

Und der mühelose Abstieg.


Komm mit

Zwischen zwei Häusern ist ein Weg
Dunkel
Bedrohlich
Verlockend
Am Ende wird er ganz schmal
Du musst Dich hindurchquetschen
Dahinter ist das Geheimnis
Warte nicht
Bis Du erwachsen bist


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